Die Finanzwelt ist kompliziert! Zumindest kommt sie den Deutschen so vor, wie eine Umfrage des FORSA-Instituts im Auftrag der Börse Stuttgart belegt: 82 Prozent der Befragten gaben unumwunden zu, das Thema Geldanlage sei für sie zu komplex. Ihnen fehlt nicht nur das Fachwissen, viele Menschen sind verunsichert, ob sie überhaupt die richtige Geldanlage gewählt haben. Die schlechte Beratungsqualität vieler Banken bildet da nur den schimmernden Hintergrund: In den letzten Jahren wurde aus dem Bankberater ein Vertriebsbeauftragter, der gezwungen ist, die Produkte seines Arbeitgebers zu verkaufen. Die persönliche Situation des Kunden spielt da eine nur nachgeordnete Rolle, weswegen der Schutz der Anleger vor diesen Auswüchsen immer wichtiger wird und immer ernster genommen wird.
Hilfen bei Anlageschwindel
Den Beruf des Anlageschützers gibt es leider nicht. Wer einigermaßen sicher sein will, kann sich an einen freien Finanzmakler wenden, der unabhängig von einzelnen Produkten berät. Nachteil: Der freie Makler kostet Geld.
Eine zweite Sicherheit bieten die Verbraucherschutzzentralen. In Deutschland handelt es sich dabei um Vereine, die in vielen Städten Niederlassungen unterhalten. Dort erhält man umfassend Auskunft in allen Fragen des privaten Konsums – also auch bei Geldanlagen. Nachteil der Verbraucherschutzzentralen: Es kann sehr lange dauern, bis man einen Beratungstermin bekommt.
Da sich Verbraucherschützer, Gesetzgeber und auch Finanzdienstleister und Banken der Gefahr bewusst sind, die eine schlechte Beratung mit sich bringt, geht man in die Offensive: Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) informiert Verbraucher zu Unternehmen, Finanzprodukten und Geldanlagen. Sie hält das seit Juli 2011 vorgeschriebene „Produktinformationsblatt“ für untauglich, das die Banken ihren Kunden immer dann aushändigen müssen, wenn sie eine konkrete Kaufempfehlung aussprechen. Die BaFin arbeitet derzeit an transparenteren Lösungen.
(Redaktion)
